Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

15.01.2021

Die Symbole der Beichte: Scherbe - Stein - Herz

Scherbe, Stein, Herz. Diese drei Symbole können dir zur Vorbereitung deiner ersten Beichte helfen.
Eine Scherbe hat man dann, wenn etwas zerbrochen ist. Man hat etwas umgestoßen, etwas ist hingefallen. Eine Vase oder ein Blumentopf, eine Kaffeetasse, ein Teller. Bestimmt ist bei dir zu Hause schon mal etwas hingefallen und dann in gefühlt tausend kleine Scherben zersprungen. Dann steht man davor und denkt sich: was tun? Zusammenkleben ist schwierig, denn es sind oft viele kleine Teile und die Risse sieht man später noch. Es wird auf keinen Fall werden wie neu. Also hilft es nur, sich Handfeger und Kehrblech zu holen, sich das Schlamassel nochmal anzugucken und dann raus zu bringen. Am besten direkt in die graue Tonne.
Doch was haben Scherben denn nun mit der Beichte zu tun?
Manchmal geht auch was anderes kaputt. Etwas, was man nicht sehen, aber spüren kann. Zum Beispiel wenn ich mich feste mit meiner Mama oder einem Freund gestritten habe. Dann bekommt die Freundschaft einen Knacks, einen Riss. Mal sind es feine Risse, kaum zu sehen, aber sie sind da. Und sie können wachsen und zu großen Rissen, sogar zu Scherben werden, wenn immer wieder etwas blödes passiert. Und was macht man, wenn man sich gestritten hat? Man guckt sich “die Scherben” an. Man merkt, dass man etwas falsches getan hat und sagt von ganzem Herzen: “Entschuldigung”. Man versöhnt sich. Die Beichte wird auch das Sakrament der Versöhnung genannt.
Doch woran merke ich, dass etwas nicht gut war? Dass ich etwas blödes getan habe? Vielleicht kennst du das Gefühl, wenn dir flau im Magen wird, oder wenn es auf dein Herz drückt, als wenn ein Stein auf dem Herzen liegt. Steine sind hart und kalt. Ich kann es nicht gut mit anderen meinen und ihnen Steine in den Weg legen und dann fällt derjenige darüber. Und natürlich kann auch mir ein Stolperstein in den Weg gelegt werden. Ich kann ein Herz aus Stein haben, wenn mich alles ganz kalt lässt, ich nichts Gutes tue. Ich kann auch vor Schreck, wenn ich bemerke, dass etwas nicht gut war, wie versteinert sein.
Scherben und Steine in meinem Leben sammel ich dann, wenn ich mich gegen das Herz, gegen das Gute entscheide und etwas Böses tue. Es sind die Momente, in denen ich gegen die Liebe gehandelt habe.
In der Beichte geht es darum, dass alles, was mir schwer auf dem Herzen liegt, abfällt. Dass mein Herz wieder warm und hell wird und kein kalter Stein es mehr drückt.

Manchmal können wir Fehler direkt eingestehen und uns bei demjenigen oder derjenigen entschuldigen. Manchmal ist es schon zu spät dafür, es ist lange her, aber es ist immer noch im Kopf und ich weiß darum. Und wenn das so ist, dann ist es gut, sich jemanden anzuvertrauen. In diesem Fall tut es gut, beichten zu gehen und alles Gott anzuvertrauen, der mir dann zusagt: Es ist okay. Es ist gut, dass du zu mir gekommen bist. Jeder macht mal Fehler. Ich verzeihe dir.
Er ist es, der dann die Scherbe und den Stein wendet und dein Leben wieder hell macht.

Was du tun kannst…
Eine Scherbe und ein Stein sind etwas handfestes. Du kannst es in der Hand halten und betrachten. Das kann dir auch helfen, wenn du in dich hinein horchst, dein Gewissen befragst, was nicht so gut von dir war.
Eine Scherbe und ein Stein haben eine Rückseite. Und ich lade dich ein, dir eine Scherbe und einen Stein zu suchen und die Rückseite zu bemalen. Das geht mit Filzstiften, Lackstiften, Acrylfarbe…
Warum? Wo Licht ist, ist Dunkelheit, wo Gutes ist, ist auch Böses. Und der Stein und die Scherbe erinnern dich zunächst an die nicht so guten Dinge, aber wenn du diese nach der Beichte umdrehst, kannst du sehen, dass es wieder bunt und hell ist.
Außerdem kannst du dir ein Beichtherz basteln. Die Vorlage findest du auf der KoVo Homepage. Wenn du das Herz aufklappst kannst du hineinschreiben, was du alles gut kannst und wo du geholfen hast. Denn das interessiert Gott ja auch sehr! Erst im nächsten Schritt kannst du aufschreiben, was nicht so gut war, wo Scherben entstanden sind und wofür du dich schuldig fühlst, was dir noch schwer auf dem Herzen liegt.
Anschließend überlegst du dir, was du in Zukunft besser machen könntest. Wichtig ist: Du kannst dieses Beichtherz mit zu deiner Beichte nehmen. Es kann dir da helfen, wenn du aufgeregt bist, dann hast du etwas in der Hand. Aber ob du etwas hineinschreibst, oder ob du nur die Fragen dort stehen lässt, weil du alles im Kopf hast, das ist allein dir überlassen!
Wenn du etwas hineinschreibst, ist das etwas ganz ganz persönliches. Du musst es niemandem zeigen. Nicht Mama, nicht Papa. Du kannst das, wenn du es möchtest, aber du musst es nicht. Und: Du allein weißt am besten, was du auf dem Herzen hast, was dir wichtig ist zu sagen. Lass dir von anderen nicht einreden, was du sagen sollst!

Ezechiel 36, 25-28

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08.01.2021

Der Beichtstuhl

Heute gehen wir zu einem Ort weiter, den wir nicht in allen Kirchen haben: den Beichtstuhl. Wobei ich dieses Wort gerade als Sammelbegriff nutze für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die wir in unseren Kirchen haben. Da gibt es den kleinen, offenen Beichtstuhl, wo alle das vergitterte Fensterchen sehen, hinter dem der Priester sitzt - und vor dem ich mich hinknien kann. Etwas größer ist dieses Fenster innerhalb eines Räumchens, ich kann also eine Tür hinter mir zumachen, bevor ich mich hinknie. Diese beiden Möglichkeiten nutzen wir heute eigentlich nicht mehr.
Wir lieben dafür unsere Beichträume. Auch dort mache ich eine Tür hinter mir zu und kann mich entscheiden, ob ich mich vor ein solches Fenster hinknien oder mich mit dem Priester an einen Tisch setzen mag.
Du merkst schon: An diesem Ort geht es um’s Gespräch. Um ein Gespräch unter vier Augen mit einem Priester. Kennst Du das, wenn jemand zu Dir sagt: Wir müssen mal unter vier Augen miteinander reden! Ich muss bei einer solchen Ansage erst mal ein bisschen schlucken. Und im Gespräch meist auch noch mal. Aber nach einem solchen Gespräch geht es mir immer besser. Wir konnten etwas klären, etwas besser verstehen.
Solche Gespräche werden hier geführt. Sie fallen nicht leicht - aber tun gut. Eigentlich ist in einem solchen Gespräch der Gesprächspartner Gott. Gott, der mich liebt und voll Freude auf mich schaut. Und wie so oft, wenn Gott handelt, holt Er sich einen Menschen zu Hilfe, an dieser Stelle: Einen Priester.
In diesem Gespräch darf ich einfach so sein, wie ich bin. Mit all meinen Sonnen- und meinen Schattenseiten. Und all das darf ich hier auch ins Wort bringen. Ich muss nicht perfekt sein. Ich darf hier sagen, was schief läuft in meinem Leben. Was mir “kaputt gegangen” ist. Was mir schwer im Bauch liegt.
Und ich weiß: Hier verurteilt mich niemand. Hier werde ich ernst genommen. Und ich darf nachdenken: Wie kann ich wieder neu anfangen? Bei all dem hilft mir der Priester.
Und ich kann Dir sagen: So ein Gespräch tut gut! Richtig gut.
Von daher ist der Beichtstuhl zwar ein Ort, wo es um schwierige Gespräche geht - den ich aber voll Freude verlassen kann.
Falls Du Dich fragst, ob Du da wirklich alles sagen kannst - ob nicht Gott an irgend einer Stelle sagt: Das war aber jetzt zu viel, jetzt liebe ich den / die nicht mehr … Dazu hat Jesus mal eine Geschichte erzählt. Vielleicht kennst Du sie ja. Es ist die Geschichte vom Vater mit seinen beiden Söhnen. Einer verlässt seinen Vater und tut ihm dabei richtig weh. Er genießt sein Leben - aber auf die falsche Art, so dass es ihm schlechter und immer schlechter geht. Schließlich hat er gar nichts mehr, nur noch Hunger und eine schlechte Arbeit, mit der er fast nichts mehr verdient. Da erinnert er sich wieder an seinen Vater, wie gut es ihm dort ging. Und dass es alle Arbeiter seines Vaters besser haben als er jetzt. Aber er weiß auch: Ich habe meinem Vater richtig verletzt, als ich gegangen bin.
Wie das ausgegangen ist, kannst Du in der Bibel lesen.

Lukas 20, 20-24
Die ganze Geschichte: Lukas 20, 11-32

Was Du tun kannst …

- Die ganze Geschichte in Deiner Kinderbibel nachlesen.
- Nachdenken und Gespräch: Wie stelle ich mir eigentlich Gott vor!
- Die Geschichte nachspielen
- Wie hätte die Geschichte noch ausgehen können?
- Gebet: Gott danken, dass ich immer und mit allem zu Ihm kommen kann.
- Überlegen: Mit wem kann ich mich versöhnen? Kann ich jemanden um Verzeihung bitten? Kann ich jemandem verzeihen?
- Welche Stelle in der Geschichte gefällt mir besonders gut? Wie kann ich diese darstellen - malen, Collage, …
- Mir anschauen, ob es in meiner Kirche einen Beichtstuhl gibt.

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22.12.2020

Sternsinger: Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit

(Vorbemerkung: Die Sternsingeraktion findet in diesem Jahr ganz anders statt … Das Herumgehen und Segnen jedes einzelnen Hauses findet so nicht statt …)

Sternsingen ist seit dem Jahr 1959 eine jährlich, am Jahresanfang, stattfindende Hilfsaktion in Deutschland und in weiteren Ländern. Weltweit ist sie einzigartig und die größte Solidaritätsaktion von Kindern für Kinder. Solidarität bedeutet, ganz fest zusammenzuhalten und jemanden oder etwas zu unterstützen. Dadurch, dass die Kinder von Haustür zu Haustür ziehen und Spenden sammeln, können das ganze Jahr über viele Hilfsprojekte in mehr als 100 Ländern unterstützt werden. Das Kindermissionswerk ‚Die Sternsinger’ hilft direkt dort, wo Kinder in Not sind! Dank ihrem Einsatz erhalten diese Kinder zum Beispiel den Schutz, den sie brauchen, gesunde Mahlzeiten oder können zur Schule und zum Arzt gehen.
Jedes Jahr kommt eine wahnsinnig hohe Geldsumme zusammen. Die diesjährige Aktion steht unter dem Titel: “Kindern Halt geben - in der Ukraine und weltweit”.
Wenn du als Sternsinger unterwegs bist, hast du einen wichtigen Auftrag: Du bringst den Segen Gottes zu den Menschen, in ihre Häuser und in ihre Wohnungen!
Der Segen schreibt sich so: 20 * C + M + B + 21
Das aktuelle Jahr steht getrennt: am Anfang die 20 und am Ende des Segens 21, also: 2021.
Der Stern * steht für den Stern, dem die Sterndeuter gefolgt sind. Er steht für Jesus Christus.
Die Buchstaben C M B stehen für die lateinischen Worte: “Christus Mansionem Benedictat” - Christus segne dieses Haus.
Die drei Kreuze + + + bezeichnen den Segen: “Vater, Sohn und Heiliger Geist”.

Warum sind Sternsinger als Könige unterwegs?
Die „Heiligen Drei Könige“ kennt ihr sicher aus der Weihnachtsgeschichte. Sie waren Sterndeuter und folgten einem besonderen Stern bis zur Krippe. Sie schenkten dem Jesuskind Gold, Weihrauch und Myrrhe.  Das waren in der damaligen Zeit sehr wertvolle Gaben, und der Besuch der weisen Stern-deuter war eine große Ehre. An der Krippe fühlten sich dann aber vor allem die Könige geehrt, dass sie Jesus so nahe sein durften. Bei ihrem Besuch haben die Sterndeuter gemerkt, dass das kleine Baby in der Krippe etwas ganz Besonderes ist. Denn in diesem Kind ist Gott zu den Menschen gekommen. Nicht in einem prunkvollen Palast, sondern in einem einfachen Stall. Davon erzählten die Sterndeuter den Menschen.Genau wie damals die Sterndeuter, tragen heute die Sternsinger die Frohe Botschaft von Jesu Geburt in die Welt. Sie sammeln dabei Spenden für Kinder in aller Welt, denen es – ähnlich wie damals dem Jesuskind in der Krippe – am Nötigsten fehlt. An all das erinnert bis heute der Brauch des Sternsingens. Am 6. Januar feiern wir jedes Jahr das Fest der Heiligen Drei Könige. Und so ist jedes Jahr rund um den 6. Januar Sternsingerzeit!

Matthäus 2, 9-11

Jesus,
segne auch unser Haus im neuen Jahr.
Lass uns ein gutes Jahr verbringen. 
Hilf uns, ohne Streit zu leben.
Segne und beschütze uns.
Amen.

Admin - 11:41 | Kommentar hinzufügen

Frohe Weihnachten!

Liebes Kommunionkind,
wir möchten Dir und Deiner Familie und allen Menschen, die Dir wichtig sind, ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest wünschen! Hoffentlich könnt Ihr die festlichen Tage genießen!
Weihnachten ist ein wunderbares Familienfest. Weihnachten ist aber auch das Geburtstagsfest Jesu. Obwohl wir nicht genau wissen, wann Jesus geboren worden ist, wollte man das doch feiern. Da hat man sich damals (vermutlich) unter den üblichen Festen umgeschaut und das Fest des „Sol invictus“, also der unbesiegbaren Sonne gefunden. Das wurde zur Wintersonnenwende gefeiert, wenn also die Tage wieder länger und die Nächte kürzer werden. Von Jesus, dem Licht der Welt, zur Sonne war es ja nicht weit.
Wenn ich über Weihnachten nachdenke, dann staune ich immer wieder, was für einen großartigen Gott wir haben. Gott hat die Welt geschaffen. Und die Menschen. Und Gott sagt: Das war gut! Menschen sind großartig! Ich habe sie lieb – jeden einzelnen und jede einzelne von ihnen.
Damit hätte Er es auch gut sein lassen können. Die Menschen machen ihr Ding auf der Erde, Gott liebt die Menschen. Die Menschen erzählen vielleicht auch gegenseitig davon, dass da ein Gott ist, der sie erschaffen hat und der sie liebt.
Aber Gott möchte uns das auch erleben lassen, dass Er uns liebt. Von allen Möglichkeiten, die Er dafür hatte, wählt Er diese aus: Ein Teil von Ihm, Jesus, kommt selbst als Mensch auf die Erde. Gott ist zwar der Schöpfer, der Allmächtige – und doch möchte Er uns ganz nahe kommen, unser Los und Schicksal teilen. Und wird Mensch. Wir müssen also nicht mehr nur daran glauben, dass unsere Freude und unser Leid Gott auch interessiert – Gott lernt es selber kennen. Und zwar von Anfang an – denn Er kommt ja nicht als Erwachsener Superman (oder Superwoman) auf die Erde, sondern als kleines Kind. Geboren von einer Frau. Abhängig.
Damit weiß Jesus, wie es sich anfühlt, ein 8-jähriges Kind, ein x-jähriger Erwachsener zu sein. Jesus weiß, wie es sich anfühlt, traurig zu sein oder krank zu sein. Jesus weiß, wie es sich anfühlt, wenn Freunde einen verlassen und wenn man ganz allein ist. Jesus weiß, wie es sich anfühlt, neue Freunde zu gewinnen und richtig beliebt zu sein – auch die guten Seiten des Lebens kennt er.
Natürlich hätten wir das auch so von Gott gewusst. Aber Weihnachten erinnert uns daran, dass wir – Du und ich – Gott so wichtig sind, dass Er es uns einfacher machen wollte, daran zu glauben.

Was du tun kannst …
- Dein Weihnachtsfest genießen :-)
- Jedem, den Du heute siehst, eine kleine Freude machen. Das muss nichts großes sein - das kann etwas klitzekleines, unauffälliges sein. Vielleicht sogar etwas, was Du nicht tust … Überleg einfach, was der oder die gern mag.
- Eure Krippe mal genau anschauen.
- Die Weihnachtsgeschichte mit Eurer Krippe nachstellen / nachspielen.
- Eine besondere Figur für Eure Krippe machen: Ein Kind, ein Tier, ein … Mit den Materialien, die Du grad hast. Und sei es eine Papierfigur.
- Ausflug: Eine Krippentour machen. Eure Kirche und vielleicht noch eine oder mehrere andere aufsuchen und die Krippe anschauen.
- Gebet: Mit dem Kind in der Krippe ins Gespräch kommen.
- Die Stilleübung selber passend für Weihnachten abwandeln.
- Einen Strohstern basteln, einen Papierstern, ein …
- Oft gibt es gerade über die Weihnachtsfeiertage ganz schön viel, an das “man” denken muss. Kannst Du da bei irgend etwas mithelfen, beitragen?
- Weihnachtsmusik hören oder machen.
- Dein Glücksteelicht verschenken.

Lieber Jesus,

du bist ein Mensch geworden.
Du hast als kleines Baby gelebt.
Du warst ein kleines Kind
von armen Eltern.
Maria und Josef hatten ja nicht viel.
Sie hatten noch nicht einmal genug Geld,
um sich die Übernachtung in einem Haus zu kaufen.
Jesus,
hilf uns - mir und meiner Familie -,
dass wir ein schönes Weihnachtsfest haben.
Ich mag auch an andere Menschen denken,
an … und … und … …
Segne uns alle
und alle Menschen überall.
Amen.

Admin - 11:33 | Kommentar hinzufügen

Maria, die Mutter Jesu

Maria spielt für uns katholische Christen eine bedeutende Rolle. Wir haben ihr sogar einen Monat gewidmet, den Ma[r]i[a]. Im Mai gibt es Maiandachten, in denen mit Maria zusammen, aber auch nach ihrem Vorbild gebetet wird. Viele Menschen bitten Maria um Beistand in ihren Anliegen. Weil sie nun mal die Mutter von Jesus ist, glauben wir, dass sie Jesus, Gott und dem Heiligen Geist sehr nahe steht. Ein ganz altes Gebet ist der “Engel des Herrn”. Es erinnert uns daran, wie der Engel zu Maria kam und ihr sagte, dass sie die Mutter von Jesus wird. Früher und teilweise heute noch, teilte dieses Gebet sogar den Tagesablauf der Menschen ein. Um 6, 12 und 18 Uhr läuteten die Kirchenglocken zum “Engel des Herrn”. Um 6 Uhr startete der Arbeitstag, um 12 Uhr wurde es Zeit zum Mittagessen und um 18 Uhr war es Zeit zum Feierabend machen. Von meiner Patentante Therese, die nun bereits 92 Jahre alt ist, weiß ich, dass sie sich damals wirklich daran orientiert haben. Wenn die Männer auf dem Feld waren und um 12 Uhr die Kirchenglocke hörten, wussten sie, dass es Zeit war nach Hause zu gehen zum Mittagessen.
Das Gebet des “Engel des Herrn” besteht außerdem aus dem “Gegrüßet seist du Maria” Gebet. Vielleicht erinnert ihr euch, dass ich es ganz am Anfang des Kalenders schon erwähnt habe. Beide Gebete füge ich euch hier ein und ich lade euch dazu ein, sie zu beten. Einfach, wann es passt, oder auch um 6, 12 oder 18 Uhr.

Gegrüßet seist du,

Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen und
gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder
jetzt und in der Stunde unseres Todes.
Amen.

Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du Maria…
Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du Maria…
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du Maria…
Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels
haben wir die Menschenwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Amen.

Eine alte Legende erzählt euch, warum es sich im Advent besonders lohnt, etwas Gutes zu tun:
Als Maria fühlte, dass sie schwanger war, also ein Kind unter dem Herzen trug, und wusste, dass es bald auf die Welt kommen wollte, versuchte sie aus den Strahlen der Sterne ein Hemd zu weben. Doch so sehr sie sich auch bemühte, die Strahlen glitten immer wieder auseinander. Maria spürte, dass bald schon die Geburt des Kindes sei. Da ging sie zum Erzengel Gabriel und bat ihn um Hilfe. Gabriel antwortete ihr: “Schau auf die Erde. Dort siehst du Strahlen, die von der Erde hinauf in den Himmel leuchten. Das sind die Strahlen der guten Taten und Gedanken der Menschen. Nimm diese Strahlen und verwebe sie mit den Strahlen der Sterne. dann wird das Hemd zusammenhalten.”
In den dunklen Nächten vor Weihnachten sammelte nun Maria die Strahlen der guten Taten und Gedanken der Menschen und verwebte sie mit den Sternensstrahlen. Die verwebten Strahlen wurden nun zu einem schönen, hellen Hemd. Als das Hemd fertig war, kam die Zeit, wo das Kind, das Maria unter ihrem Herzen trug, zur Welt kommen sollte. In der Heiligen Nacht gebar Maria das Jesuskind.

Was du tun kannst…
Die letzten paar Tage bis Weihnachten stehen nun an. Vielleicht steht euer Baum schon, vielleicht steht auch eure Krippe schon bereit. Wer fehlt in der Krippe noch? Maria, Josef und natürlich Jesus. Wie wäre es, wenn du auf eurer Fensterbank, eurem Fußboden in der Nähe der Krippe, oder an einem anderen geeigneten Ort einen Adventsweg baut. Such doch Maria und Josef schonmal heraus und stell sie auf diesem auf. Tag für Tag gehen sie nun ein Stück weiter und auch du kannst sie auf den letzten Tagen besonders begleiten. Gemeinsam mit deinen Eltern und Geschwistern könnt ihr euch abends vorm Schlafengehen am Adventsweg treffen und erzählen, was euch heute gut gelungen ist und was ihr besser machen wollt.

Admin - 11:27 | Kommentar hinzufügen