05.10.2020

Ein erster Blick auf die Taufe

Heute beginnen wir mit unserem Gang durch die Kirche. Kennst Du „Deine“ Kirche schon? Die meisten unserer Dörfer haben ja eigene Kirchen, und wenn das eine Pfarrkirche ist (sind die meisten), dann hat sie auch ein Taufbecken. 
Das ist der erste Ort, den wir in der Kirche aufsuchen. Auf unserem Weg bis zur Erstkommunion – aber auch bei unserem ersten Kirchenvideo. Und auf unserem Weg als Christ.
Die Taufe ist sozusagen das Tor, durch das man geht, um offiziell Christ zu sein und auch die anderen Sakramente – z.B. die Kommunion, empfangen zu können.
Ein Sakrament ist ein heiliges Zeichen: Da wird nicht nur das gesagt, sondern auch etwas getan. Und durch dieses Tun und Sprechen geschieht etwas ganz Besonderes: Gott handelt.
Insgesamt sieben Sakramente gibt es. Drei davon sollen helfen, in das Leben als Christ hineinzufinden: Die Taufe, die Firmung* und die Eucharistie*. Die Eucharistie empfangen wir in der Kommunion, immer wieder. Auf den ersten Empfang bereitest Du Dich ja gerade vor. Auch auf die Beichte werden wir in einigen Wochen noch zu sprechen kommen – ein weiteres der Sakramente.
Dann gibt es das Ehesakrament und die Priesterweihe und schließlich die Krankensalbung. Manche Sakramente werden nur einmal empfangen. Die Kommunion, Beichte und Krankensalbung (und in besonderen Fällen das Ehesakrament) kann man mehrmals empfangen. Aber kein Sakrament kann man vor der Taufe bekommen.
Die erste genauere Beschreibung einer Taufe lesen wir von Jesus: Er lässt sich von Johannes (der auch der Täufer genannt wird) taufen. In der Bibel ist das so beschrieben: „Das ganze Volk ließ sich von Johannes taufen. Auch Jesus hatte sich taufen lassen und betete gerade. Da öffnete sich der Himmel. Der Heilige Geist kam sichtbar auf ihn herab. Er war wie eine Taube. Aus dem Himmel erklang eine Stimme: „Du bist mein geliebter Sohn. An dir habe ich Freude.“ (Lk 4,21-22)
In der Taufe gibt Gott die Zusage: Ich bin für Dich wie ein guter Vater. Und: Ich liebe Dich, ich freue mich an Dir! – Diese Zusagen nimmt Gott niemals wieder zurück.
Manchmal setze ich mich hin und lasse diese Worte, die Gott zu mir spricht, ganz tief einsinken: Ich liebe Dich! Ich freue mich an Dir! Das sind für mich die wichtigsten Worte meines Glaubens. So wie ich bin – unperfekt, mit meinen Schwächen und Fehlern: Gott liebt mich! Mit meinen Fähigkeiten und Stärken: Gott liebt mich!
Das hat dann natürlich auch Konsequenzen. Ich möchte so leben, dass Gott gerne auf mich schaut. Das ist nicht immer so einfach. Aber ich weiß: Auch wenn ich Mist gebaut habe, liebt Gott mich immer noch.
Er liebt nicht das, was ich getan habe. Aber mich schon. Und wenn ich mir dessen bewusst geworden bin, kann ich es wieder gut machen, wieder neu anfangen, wieder besser leben.
Dazu machen wir uns später noch mehr Gedanken. Jetzt erst mal wollen wir genießen, dass Gott voll Freude auf uns schaut und uns liebt. Dass er wie ein guter Vater oder wie eine gute Mutter ist. Und wir sind Gottes Kinder. Kinder und Erben, das heißt: Gott will alles mit uns teilen, was Ihm wichtig ist. Dazu nutzt Er (auch) die Kirche.
Über die Kirche hören wir von Gott, lesen Gottes Wort, feiern Gottes Gegenwart. Die Kirche ist eine Gemeinschaft von Menschen, die mit Gott zu tun haben wollen – und die deswegen füreinander wie Bruder und Schwester sein wollen. Mit der Taufe werden wir auch Mitglied der Kirche – deswegen gibt es auch keine ökumenische* Taufe, sondern nur katholisch* oder evangelisch* oder orthodox* …
Die Taufe verbindet uns aber und wir können voneinander lernen und uns gegenseitig bereichern. 

Was Du tun kannst …
- In Eurer Kirche den Taufstein anschauen
- Gespräch: Was bedeutet Euch die Taufe?
- Ein Bild zur Bibelgeschichte über die Taufe Jesu malen
- Collage zu Taufe
- Ausflug zu der Kirche, in der Du getauft wurdest
- Die Stilleübung zur Taufe machen

Lieber Gott,
seit meiner Taufe willst Du für mich
wie ein guter Vater sein.
Du sagst zu mir:
Du bist mein Sohn - oder:
Du bist meine Tochter.
Darüber freue ich mich.
Du schaust auf mich
und freust Dich an mir.
Das tut gut.
Danke

Admin - 10:44 | Kommentar hinzufügen