09.10.2020

Was das Taufwasser und das Weiße Kleid bedeuten …

Es gibt sechs Zeichen, die bei der Taufe sehr wichtig sind. Es sind sogenannte „äußere Zeichen“, das heißt, jemand tut etwas, oder hat etwas an, das wir sehen können. Diese sind: 
Das Kreuzzeichen. Am Anfang macht der Priester dem Kind ein Kreuzzeichen auf die Stirn. Auch die Eltern und die Paten sind anschließend dazu aufgefordert, dem Kind ebenfalls ein Kreuzzeichen auf die Stirn zu zeichnen. Das heißt, das Kind bekommt Gottes Siegel. Jeder, der Christus zum Freund haben möchte, bekommt dieses Zeichen, das ein wichtiges Merkmal ist. Falls du dich fragst, was ein Siegel ist: Pferde haben zum Beispiel ein Siegel eingebrannt, dass zeigt, aus welchem Stall sie ursprünglich kommen. Schafe haben zum Beispiel eine Ohrmarke mit einer Nummer darauf. Diese Nummer ist einem bestimmten Bauern zugeordnet und man kann zurückverfolgen, in welchem Stall es geboren worden ist.
Das Katechumenenöl. Früher wurden Kämpfer mit Öl eingerieben. Kannst du dir vorstellen, was passiert, wenn der Gegner dann versucht hat, ihn zu packen, zu greifen? Seine Hände sind immer wieder von ihm abgerutscht. Damals, wenn zum Beispiel Erwachsene sich taufen lassen wollten, hatten auch diese, so wie ihr jetzt, eine Vorbereitungszeit. Und zu Beginn der Vorbereitungszeit wurden diese dann mit Katechumenenöl gesalbt, das heißt, sie haben es auf die Stirn gerieben bekommen. Das ist ein Zeichen dafür, dass er vor dem Bösen geschützt sein soll. So wie damals bei den Kämpfern, der Gegner ihn nicht packen konnte, weil er immer wieder abgerutscht ist, so soll auch das Böse an ihm abrutschen. Heute geschieht diese Salbung meist direkt vor der Taufe. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Du bei deiner Taufe mit Katechumenenöl gesalbt worden bist.
Das Taufwasser. Das Taufwasser wird zu Beginn der Feier geweiht. Der Priester bittet stellvertretend für uns alle Gott darum, dass die Täuflinge den Heiligen Geist empfangen. Höhepunkt der Taufe ist das  dreimalige Übergießen des Täuflings mit dem Taufwasser und dem dazu gesprochenen Worten: „Ich taufe dich – im Namen des Vaters – und des Sohnes – und des Heiligen Geistes.“ Dort, wo gerade die „Bindestriche“, also: - - -, stehen, könnt ihr euch vorstellen, dass dann der Priester eine kurze Sprechpause macht, um etwas Wasser über den Kopf des Täuflings zu gießen.
Natürlich wird der Täufling auf einen Namen getauft, auf den sich die Eltern geeinigt haben. Ich wurde auf den Namen „Theresa Christin“ getauft. Aber eigentlich trägt jede und jeder nach der Taufe den Namen „Christ“ oder „Christin“. Es ein Ehrenname, oder auch ein Familienname der Christen und Christinnen auf der ganzen Welt. Denn wir sind auf Jesus Christus getauft und tragen nun seinen Namen.
Warum taufen wir denn nun mit Wasser? Warum ist Wasser so wichtig? Ohne Wasser gibt es kein Leben. Taufe hat etwas mit Leben zu tun, mit dem Leben mit Gott. Aber im Alltag ist Wasser einfach lebensnotwendig. Überlege mal, ab dem Zeitpunkt, den du morgens aufwachst, an einem ganz normalen Tag… Wofür benutzt du Wasser? Hände waschen, Gesicht waschen, Zähne putzen, Toilettenspülung, trinken… Deine Eltern nutzen die Spülmaschine und Waschmaschine.. All diese Sachen haben eine Gemeinsamkeit: Sie reinigen, sie machen etwas sauber, damit etwas aussieht “wie neu”. So ist es auch in der Taufe. Das vorherige Leben wird “abgewaschen” und man ist bereit für ein Leben mit Gott. Man strahlt förmlich.. Doch wie das?
Nach der Taufe wird das Taufkleid angezogen oder auch nur symbolisch über den Täufling drüber gelegt. Dazu spricht der Priester: „Dieses weiße Kleid soll dir ein Zeichen dafür sein, dass du in der Taufe neu geschaffen worden bist und – wie die Schrift sagt – Christus angezogen hast. Bewahre diese Würde für das ewige Leben.“ Und warum strahlt nun der Täufling, wenn er das Taufkleid angezogen hat? Das Taufkleid ist weiß. Weiß ist nunmal eine strahlende, sogar die hellste Farbe überhaupt. Sie ist die Farbe der Freude und des Friedens. Nicht nur bei der Taufe wird ein weißes Kleid angezogen. Auch bei der Erstkommunion wird ein weißes Kleid oder ein weißes Gewand angezogen. Vielleicht erblickst du im Wohnzimmer auch ein Bild von der Hochzeit deiner Eltern. Richtig, deine Mama, trägt auf dem Foto als Braut vermutlich ebenfalls ein weißes Kleid. Immer wieder ist das weiße Kleid ein Zeichen dafür, dass eine neue Stufe des Lebens, des Lebens mit Gott betreten wurde.
Das Chrisamöl und die Taufkerze. Was hinter diesen Zeichen steht erklärt Dir Frau Groß in der kommenden Woche.

Matthäus 28, 18-20

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