FlatPress My FlatPress blog FlatPress Admin 2021 2021-04-12T07:40:01+00:00 Admin ~/ Kommunion bedeutet Gemeinschaft ~/?x=entry:entry210408-100036 2021-04-08T10:00:36+00:00 2021-04-08T10:00:36+00:00

Mit „Kommunion“ bezeichnen wir den Moment, wenn ein Mensch die geweihte Hostie, den Leib Christi, verzehrt. Damit wird deutlich, dass wir nicht einfach davon sprechen, ein Stück Brot oder eine kleine Hostie zu essen, sondern wir kommunizieren. Dieses Fremdwort zeigt einfach schon mal an: Hier ist etwas besonderes los, das hier ist mehr als essen.
Kommunion kommt aus dem Lateinischen. Übersetzt bedeutet es Gemeinschaft.
Gemeinschaft erst einmal mit Jesus. Ich esse dieses Brot, in dem Jesus zu mir kommt. Ich nehme Jesus in mich auf. Das ist eine Gemeinschaft zwischen Jesus in mir – eine sehr tiefe Nähe. Das kann man nicht mit einem Mal verstehen – diese Gemeinschaft mit Jesus darf sich durch mein ganzes Leben hindurch entwickeln. Deswegen empfangen wir die Kommunion auch nicht nur einmal – sondern wir dürfen ab unserer ersten Kommunion jedes Mal zur Kommunion gehen, wenn wir die Messe mitfeiern.
Ich entdecke in meinem Leben: Damit diese Kommunion „gelingen“ kann, will ich auch außerhalb der Messe die Nähe Jesu suchen. Mir ist es wichtig, immer wieder einmal in meinem Tag inne zu halten und mit Jesus zu sprechen, also zu beten. Das ist recht unterschiedlich und hat sich in meinem Leben auch entwickelt und verändert. Aber es ist etwas, auf das ich achten möchte.
Kommunion bedeutet also Gemeinschaft mit Jesus.
Kommunion bedeutet aber auch Gemeinschaft mit Menschen. Da sind ja noch andere da, die gemeinsam mit mir die Kommunion empfangen. Für Dich konkret sind das natürlich die Kinder, die sich auch auf den ersten Empfang der Kommunion vorbereiten. Jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, kann ich noch nicht abschätzen, ob Ihr auch manches gemeinsam machen konntet – welche Formen von Begegnung, Austausch, Gemeinsamkeit es da schon gegeben hat. Das verbindet natürlich und schafft auch eine Form von Gemeinschaft. Und dann gibt es die Gemeinschaft des Gottesdienstes. Wir feiern da gemeinsam. Und wir essen alle von dem gleichen Brot, vom gleichen Tisch. Auch das schafft Gemeinschaft.
Darüber hinaus gibt es die Gemeinschaft jener, die irgendwo sonst gerade das Gleiche feiern. In einem anderen Land vielleicht – aber sie hören die gleichen Bibeltexte, beten genauso miteinander wie wir hier, empfangen auch von diesem Brot, in dem Jesus zu ihnen kommt. Ihnen sind wir ebenso verbunden.
Es ist eine große Gemeinschaft, in die Du da kommst, wenn auch Du das Brot empfängt! Eine Gemeinschaft, die sich freut, dass auch Du nun dazu gehörst. Eine Gemeinschaft, die Dich trägt, wenn das Beten mal nicht so klappt – da ist immer irgendwo jemand der betet, der vielleicht auch gerade für die betet, die selber nicht beten können. Eine Gemeinschaft, die Du mittragen kannst, wenn Du Deine ganz persönliche Freundschaft mit Jesus so pflegst, wie sie Dir gut tut.

Was du tun kannst …
- Nachdenken: In welchen Gemeinschaften bist Du? Familie, Klasse, Fußball, Reiten … ?
- Was heißt es für Dich, Teil einer Gemeinschaft zu sein?
- Beten: Jesus danken für die Gemeinschaft mit ihm. Freuen: Auf die Erstkommunion, die Gemeinschaft im Brot.
- Basteln: Tischdeko für Eure Feier
- …

Wusstest du schon …
Der Fisch ist ein Zeichen, das schon die ersten Christen genutzt haben. Als sie verfolgt wurden, konnten sie nicht einfach ein großes Kreuz umhängen - wenn sie der falsche Mensch als Christin/Christ erkannt hätte, wären sie im Gefängnis gelandet!
Wenn sie aber in einem Gasthaus gesessen haben und jemand unbekanntes saß bei ihnen, haben sie manchmal mit dem Finger vor sich hin auf den Tisch einen großen Bogen gemalt. Wenn der/die andere dann mit einem zweiten Bogen einen Fisch gemalt hatte, wussten beide: Wir sind Christen!
Denn der Fisch war gleichzeitig ein Abkürzung der griechischen Worte von Jesus Christus, Gottes Sohn, Erlöser.

Lieber Gott,
das ist ja ein ganz schön großes Angebot: 
Gemeinschaft mit Dir, 
Gemeinschaft mit Jesus, 
Gemeinschaft mit der Kirche, 
Gemeinschaft mit den Christinnen und Christen, 
Gemeinschaft mit …
Hilf mir, zu erkennen,
was mein Beitrag in der Gemeinschaft ist. 
Danke für all das,
was ich von der Gemeinschaft habe. 

Danke!

Ostern: Wir feiern die Auferstehung Jesu! ~/?x=entry:entry210408-095548 2021-04-08T09:55:48+00:00 2021-04-08T09:55:48+00:00

Liebes Kommunionkind, liebe Familie,
wir wünschen Euch ein frohes und gesegnetes Osterfest - mit vielen Ostereiern und Osterhasen … :-) Weißt Du eigentlich, wo diese Symbole herkommen?
Früher hat man in der Fastenzeit auf vieles verzichtet, auch auf Eier. Die ganzen vierzig Tage lang hat niemand Eier gegessen. Da diese aber doch weiter gelegt werden, musste man die Eier irgendwie haltbar machen. Also hat man sie gekocht. Und an Ostern durfte man dann endlich wieder Eier essen - eben diese gekochten Eier, die dafür auch bunt eingefärbt wurden, um gut zu diesem frohen Fest zu passen.
Jemand hat sich dann überlegt: So ein ungefärbtes Ei sieht ja ganz schön leblos aus, wie ein Stein. Und doch kann aus einem solchen Ei ein kleines, lebendiges Küken schlüpfen. Ist das nicht auch ein schönes Zeichen für das Osterfest? Es sieht ganz leblos aus, und doch entsteht neues Leben.
Die Hasen sind ebenso ein wunderbares Zeichen für Leben. So fruchtbar, wie sie gerade im Frühling sind!
Und um Leben geht es an Ostern!
Für die Freunde Jesu standen damals ja alle Zeichen auf Tod.
Ihr guter Freund und Vorbild Jesus ist nicht nur gefangen genommen, sondern auch brutal zu Tode gekommen. Derjenige, um den sie sich alle gesammelt hatten, war ermordet. Der Mensch, der eine so frohe und freimachende Botschaft verkündet hat, ist tot. Ist damit nicht auch alles, was Jesus gesagt hatte, hinfällig?
Du kannst Dir vorstellen, wie enttäuscht und traurig die Freunde waren.
Als dann die Frauen vom Grab zurückkamen und sagten: Jesus lebt! Jesus ist auferstanden! - Da war das ganz schön schwer zu glauben. Aber Jesus ist ihnen begegnet, hat mit ihnen gegessen und getrunken.
Jesus war wirklich tot gewesen. Das hatten nicht zuletzt die Soldaten am Kreuz bestätigt. Sie hatten das mit einer besonderen Verletzung noch einmal überprüft, indem sie ihm die Lanze in die Seite gestochen haben.
Und nun lebt er wieder, kann zu den Freunden kommen, mit ihnen essen und trinken. Und doch war Jesus auch anders. Denn er ist nicht einfach wieder bei ihnen geblieben, sondern war einfach immer wieder einfach da - und dann wieder weg. Jesus ist auferstanden. Was für eine Freude!
Der Tod ist nicht das Ende. Das Leben siegt. Immer.

Es siegt manchmal anders, als wir und das vorstellen würden. 
Es braucht manchmal ganz schön lang, bis das Leben siegt. 
Aber Ostern will davon singen und erzählen: Das Leben gewinnt!

Was Du tun kannst:
- Kennst Du noch weitere Ostersymbole? Was bedeuten sie?
- Welches ist Dein liebstes Ostersymbol?
- Hast Du auch schon mal erleben dürfen, dass das Leben gewinnt? Dass sich irgendwann eine Situation wieder zum Guten geändert hat?
- Gespräch: Was bedeutet Euch Ostern? 

- …

Jesus,
Du bist von den Toten erstanden.
Du lebst!
Das ist ein Grund zur Freude.
Nur so können wir das Kreuz ertragen, weil wir wissen:
Das war nicht das Ende.
Das Ende ist das Leben.
Danke für alles,
was Du durchgemacht hast.
Ich möchte Dir von den Dingen erzählen, die sich schwer anfühlen
in meinem Leben:

Hilf Du, dass auch hier das Leben gewinnt. 

Amen

Karfreitag: Jesus stirbt am Kreuz ~/?x=entry:entry210408-095143 2021-04-08T09:51:43+00:00 2021-04-08T09:51:43+00:00

Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. Kein Wunder: Denken wir doch daran, dass Jesus gelitten hat und gekreuzigt wurde. Ein schlimmer Tod.
Magst Du mit mir einen Kreuzweg entlang gehen? Bilder dazu findest Du in Deiner Kirche – es gibt auch Wege in der freien Natur. 
1. Jesus wird zum Tode verurteilt.
Jesus steht vor Pilatus. Pilatus möchte ihn nicht verurteilen. Die Menschen aber rufen: Ans Kreuz mit ihm! Pilatus gibt nach, denn er könnte Nachteile bekommen, wenn er Jesus nicht verurteilt. 
Wir beten: Jesus, die Menschen rufen schlimme Dinge. Ich bitte dich für alle Menschen, die Unrecht erleiden.
2. Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern.
Jesus muss den Kreuzesbalken selber tragen, eine weite Strecke lang. Gerade erst ist Jesus von den Soldaten verspottet und verprügelt worden. Und nun ist der Balken so schwer.
Jesus, du bist doch schon erschöpft. Hilf allen Menschen, die Schweres zu tragen und ertragen haben.
3. Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz.
Von Anfang an merkt man: Der Weg ist für Jesus so mühsam. Jesus wankt und fällt.
Jesus, du bist hingefallen mit dem Kreuz. Hilf allen Menschen, die unter ihrer Last zusammenbrechen.
4. Jesus begegnet seiner Mutter.
Am Wegesrand steht Maria. Sie möchte bei Jesus sein, wenn er so leiden muss – auch wenn sie ihm nicht helfen kann.
Jesus, da ist deine Mutter. Sei bei allen Menschen, die anderen helfen wollen.
5. Simon von Cyrene hilft Jesus, das Kreuz zutragen.
Die Soldaten merken, wie schwach Jesus ist. Sie zwingen einen vorbeikommenden Mann, Jesus tragen zu helfen.
Jesus, noch heute erinnert man sich an diese erzwungene Hilfe. Segne alle Menschen, deren Hilfe unwillig kommt.
6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch.
Am Wegesrand steht noch eine Frau. Sie will Jesus helfen. So reicht sie ihm ein Tuch, damit er seinen Schweiß abwischen kann. Schweiß ist salzig und brennt in den Wunden. Bald ist Jesus wieder verschwitzt. Aber für einen Moment konnte sie Jesus helfen. 
Jesus, du hast dir helfen lassen. Schenke den Menschen gute Ideen, wie ihre Hilfe ankommt.
7. Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz.
Und wieder fällt Jesus. Das Kreuz ist schwer und bringt ihn zu Fall.
Jesus, wieder fällst du. Hilf allen Menschen, die im übertragenen Sinn zu Fall kommen, die große Fehler machen.
8. Jesus begegnet den weinenden Frauen.
Am Wegesrand stehen Frauen. Sie halten Jesus für einen verurteilten Straftäter und weinen und klagen. Jesus wehrt das ab.
Jesus, du hast Worte gewechselt mit den Frauen. Sei bei allen, die trauern und klagen.
9. Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz.
Die Kraft Jesu geht zu Ende. Er fällt wieder.
Jesus, mit letzter Kraft rappelst du dich wieder auf. Hilf allen Menschen, deren Kraft zu Ende ist.
10. Jesus wird seiner Kleider beraubt.
Die Soldaten nehmen Jesus alles Weg, nur ein Tuch um die Hüften darf er behalten, alles andere teilen sie unter sich auf.
Jesus, alles wird dir genommen. Sei bei den Menschen, die fast nichts mehr haben.
11. Jesus wird ans Kreuz genagelt.
Es ist ein großer Schmerz, den Jesus hier erleiden muss. Festgenagelt. Andere bestimmen. Jesus kann nicht mehr weg. Jesus hat Schmerzen.
Jesus, du musst so leiden. Sei bei allen, die große Schmerzen haben.
12. Jesus stirbt am Kreuz.
Jesus betet am Kreuz. Jesus sorgt sich um seine Mutter. Jesus nimmt sich auch des Verbrechers an, der mit ihm gekreuzigt wird. Bis zuletzt denkt Jesus an Gott und an andere Menschen.
Jesus, du stirbst am Kreuz. Sei bei allen Leidenden und Sterbenden.
13. Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
Ganz liebevoll hält Maria ihren Sohn – obwohl es auch ihr so sehr weh tut, dass er nun tot ist.
Jesus, du hast gelitten. Kein Leid ist dir fremd. Wir empfehlen dir all unser Leid.
14. Jesus wird ins Grab gelegt.
In der Nähe ist ein Grab, in das man Jesus legt.
Wir beten für alles, was uns wichtig ist.
Wir wissen: Der Tod und das Grab ist nicht das Ende. Es geht weiter. Das lässt uns diesen schweren Tag aushalten. In unserem Leben und in unserem Glauben dürfen wir uns gewiss sein: Wenn wir leiden, ist Gott uns nahe. Und er lässt es nie beim Leid bewenden. Auch wenn wir Leid aushalten müssen – irgendwann wird es weiter gehen. Irgendwann werden wir zu neuem Leben kommen.

Gründonnerstag: Jesus feiert das letzte Abendmahl ~/?x=entry:entry210408-094834 2021-04-08T09:48:34+00:00 2021-04-08T09:48:34+00:00

Brot ist neben dem Wein das große Erinnerungszeichen für uns Christinnen und Christen. 
Brot ist in fast allen Ländern der Welt als Grundnahrungsmittel bekannt. Gerade Deutschland gilt mit über 400 Sorten Brot als das Brotland schlechthin. Für das Volk Israel war Brot nicht nur ein Grundnahrungsmittel. Brot war auch die Voraussetzung für menschenwürdiges Leben. Menschen, die kein Brot hatten, standen in der Gefahr, sich von Gott abzuwenden. Andersherum hieß es, dass diejenigen, die zu viel Brot hatten die Gefahr drohte, Gott zu vergessen. Deshalb galt das Teilen von Brot mit anderen Menschen, insbesondere mit armen Menschen als Zeichen der Gerechtigkeit.
Wein galt schon im Alten Testament als Zeichen der Freude. Gemeinsames Wein trinken war Ausdruck von Freundschaft und Frieden untereinander.
Das Teilen von Brot und Wein war bei den Israeliten und den Juden war ein Zeichen der Freundschaft, verbunden mit Gerechtigkeit und Frieden und außerdem ein Zeichen, dass Sie unter dem Segen Gottes stehen.
In diesem Zusammenhang steht auch die jüdische Feier des Pessachfestes. Das Fest selbst erinnert an die Befreiung des israelitischen Volkes aus der Sklaverei Ägyptens. Die Geschichte hierzu finden wir im Alten Testament der Bibel, im Buch Exodus. Gott gab ihnen damals den Auftrag ein Erinnerungsfest an jenen Nacht und jenen Tag zu feiern, an dem die Israeliten sich bereit zum Aufbruch machten. Es gibt genau festgelegte Rituale wie Segensgebete über Wein und ungesäuertem Brot (Mazzen), Essen eines einjährigen fehlerfreien Lammes, Frage- und Antwortgespräche zwischen dem Ältesten und dem Jüngsten der Familie.
Auch Jesus war Jude und kannte natürlich die Bräuche der Juden und feierte diese. So auch das Pessachfest. Für uns Christinnen und Christen wandelte sich die Bedeutung in ein Erinnerungs- und Dankmahl. Warum? Lest die Geschichte einmal selbst.
Jesus und die Apostel essen das Paschamahl (Lk 22, 14-20)

Bis heute erinnern Christen und Christinnen sich in jedem Gottesdienst an Jesus, an sein Leben und an seine Worte. Die Hostien sind so wie das Brot der Juden, sowohl zur Zeit Mose beim Auszug aus Ägypten, als auch zur Zeit Jesu: ungesäuert. Das heißt, sie bestehen aus zwei Zutaten: Wasser und Mehl.
Während des Hochgebets in der Messe werden die Hostien gewandelt sich und zum Leib Christi. Dazu erzählt der Priester die Abendmahlsgeschichte nach. Außerdem ist genau das die wichtigste Stelle im Gottesdienst. Deshalb knien wir uns in dem Moment hin. Der Priester spricht dann: “Sende deinen Geist auf diese Gaben herab und heilige sie, damit sie uns werden Leib und Blut deines Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf, nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte es seinen Jüngern und sprach: Nehmet und esset alle davon. Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch, dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern und sprach: Nehmet und trinket alle daraus. Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies zu meinem Gedächtnis.”
Das soll heißen: Das bin ich selbst. Ich bin das Brot, das Leben schenkt. Ich möchte dein Freund sein. Ich bin so nah bei dir, dass dir warm ums Herz wird.

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein ~/?x=entry:entry210326-155857 2021-03-26T15:58:57+00:00 2021-03-26T15:58:57+00:00

Mit dem heutigen Sonntag beginnt eine ganz besondere Woche. Wir nennen sie Karwoche – das althochdeutsche Wort kara bedeutet Klage, Kummer und Trauer. Dieser Kummer bezieht sich auf das Leiden Jesu, an das wir in dieser Woche denken. Die Liturgie zeichnet die letzte Woche im Leben Jesu gewissermaßen nach. Wir können fast mitlesen, was Jesus damals passiert ist.
Am Sonntag ist Jesus in Jerusalem eingezogen. Er war ein bekannter Mann – und vielleicht waren die Leute noch neugieriger auf ihn, weil sich auch Spannungen mit den religiösen Führern abgezeichnet haben. Jesus war Jude. Jesus war ein gläubiger Jude, der sehr viel über seinen Glauben gesprochen hat – und der seinen Glauben anders dargestellt hat, als die damaligen jüdischen Glaubensvertreter es getan haben. Das hat Streit gebracht, denn die Anderen waren damit nicht einverstanden. Die Beschreibung dieses Streits oder der anderen Glaubensvertreter müssen wir aber auch mit einer gewissen Vorsicht lesen: Als sie aufgeschrieben wurden, gab es gerade große Konflikte zwischen den Christen (die nicht mehr nur eine jüdische Gruppe waren) und manchen jüdischen Gruppen. Manche Aussagen über die Juden, über Pharisäer und Sadduzäer sind deswegen sehr negativ.Zurück zum Palmsonntag. Es hat sich also eine große Menschenmenge versammelt, die alle Jesus begrüßen wollten, wenn er nach Jerusalem kommt – und zum wichtigen Paschafest* wollte er in die Hauptstadt und zum Tempel kommen. Die Menschen hatten viel in den ersten Büchern der Bibel – wir nennen sie heute Altes Testament – gelesen. Dort wird ein Messias angekündigt: jemand, der als Befreier und Erlöser auftritt. Die Menschen hatten sehr unterschiedliche Vorstellungen von diesem Messias. Er sollte die Römer aus ihrem Land rausschmeißen, sagten die einen. Er soll das Volk Gottes wieder näher zu Gott bringen, sagten die anderen. Er sollte ein ganz mächtiger Mann sein, sagten alle.
Jesus kannte diese Hoffnungen und Wünsche. Und er wusste, dass er tatsächlich der Messias war. Aber dass er ein anderer Messias war, als die Menschen sich das vorstellten. Das wollte er ihnen nun zeigen.
Und so sagte er seinen Freunden, wo sie ein Eselsfohlen finden könnten, das gerade alt und stark genug war, ihn zu tragen. Darauf setzte er sich, als er nun nach Jerusalem kam. Die Menschen sollten ihn auf dem Eselsfohlen sehen und merken: Er kommt nicht auf einem starken Streitross (also einem Pferd, das für Kriege eingesetzt wird), es ist also etwas anders mit ihm. Die Menschen sahen Jesus und jubelten ihm zu. Wie heute rote Teppiche ausgerollt werden, so bedeckten sie damals den staubigen Weg mit Palmzweigen und mit Kleidern. So ritt Jesus nach Jerusalem hinein und die Menschen riefen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wenn wir heute Palmsonntag feiern, nehmen auch wir Palmzweige in die Hand und jubeln Jesus zu. Oft sammeln wir uns beim Palmsonntagsgottesdienst erst einmal vor der Kirche. Oft stehen Körbe mit Buchsbaumzweigen bereit, von denen wir uns einen nehmen können. Oder wir haben selber einen Palmzweig gebastelt und bringen den mit! Diese Zweige werden dann am Anfang des Gottesdienstes gesegnet. Dann hören wir das Evangelium vom Einzug Jesu nach Jerusalem. Nach einer kurzen Predigt dazu ziehen wir dann gemeinsam in die Kirche ein und singen ein „Hosanna“. Hast Du gemerkt, dass diese Worte in einem wichtigen Lied vorkommen, das wir in jeder Messe singen? Sie bilden den zweiten Teil des Heilig-Liedes, auch Sanctus (lateinisch für Heilig) genannt. Nach dieser Palmprozession (also der feierliche, gemeinsame Weg, der auch innerhalb der Kirche sein oder ausfallen kann) setzt sich die Messe fort. Im Wortgottesdienst werden ganz normal die Lesungen verkündet. Zum Evangelium aber setzen wir uns am Palmsonntag: Heute wird die Leidensgeschichte (auch Passion genannt) vorgelesen. Das ist ein langer Text, deswegen setzen wir uns erst einmal hin. Wenn das Evangelium von der Kreuzigung erzählt, werden wir aufgefordert, aufzustehen. Wenn es dann heißt, dass Jesus gestorben ist, wird es ganz still, jeder betet. Wer kann, kniet dabei. Die Leidensgeschichte wird dann zu Ende gelesen und die Messe setzt sich ganz normal fort.

Was Du tun kannst …
- Dir einen Palmbuschen binden. Im Internet finden sich Anleitungen dazu.
- Dir erzählen lassen: Wie habt Ihr Palmsonntag gefeiert? 
- Erkundige Dich, ob in Deiner Gemeinde Palmzweige für die Leute zur Verfügung gestellt werden. Wenn Du magst, kannst Du dabei ja vielleicht mittun.
- Den Palmbuschen mit in den Palmsonntagsgottesdienst nehmen. Und anschließend an Dein Kreuz stecken bzw. legen.
- …

Die Bibelstelle zu Palmsonntag: Lukas 19, 29-36