Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

28.11.2020

Der Advent beginnt

Das Wort Advent wird abgeleitet vom lateinischen Wort advenire, was so viel bedeutet wie Ankunft. Zur Zeit der Römer wurde das Wort dann gebraucht, wenn der Besuch eines hohen Amtsträgers, also eines
Königs oder Kaisers bevorstand. Wir Christen haben das Wort für uns übernommen, denn im Advent erwarten auch wir die Ankunft eines Königs, nämlich von Jesus. Und so zählen wir die Tage bis zum Heiligen Abend mit Adventskalendern.
Bestimmt habt ihr auch einen Adventskranz. Ein klassischer Adventskranz ist aus Tannengrün und hat vier dicke Kerzen. Dicke Kerzen? Da habe ich gerade direkt einen Ohrwurm von: “Dicke rote Kerzen,
Tannenzweigenduft und ein Hauch von Heimlichkeiten liegt schon in der Luft…” Vielleicht hast du jetzt auch einen Ohrwurm? Falls ja: Gern geschehen!
Zumindest ist es eine schöne Tradition, einen Adventskranz zu haben. Doch woher stammt dieser Brauch? Und wer hat ihn erfunden? Das möchte ich euch gerne erzählen.
Im Jahr 1833 gründete ein Mann, mit dem Namen Johann Hinrich Wichern ein Kinderheim in Hamburg. Und na klar, damals waren die Kinder genauso aufgeregt wegen Weihnachten, wie ihr es heute seid. Und so fragten sie Herrn Wicher immer und immer wieder, wann denn endlich Weihnachten sei. Kurz vor Weihnachten im Jahr 1939 kam er dann auf die Idee eine Art Weihnachtskalender zu basteln, quasi den ersten Adventskranz. Er nahm ein Holzwagenrad und befestigte darauf so viele Kerzen, wie es Tage vom ersten Advent bis zum Heiligen Abend gab. Das Rad bzw. den Kranz hing er dann für alle Kinder im großen Betzimmer auf. Herr Wicher hatte 19 kleine rote und vier dicke weiße Kerzen am Kranz befestigt. Und jeden Tag wurde nun eine neue Kerze angezündet. Eine kleine für die Tage in der Woche und eine große für die Adventssonntage. Die Kinder konnten nun sehen, wie lange es noch bis Weihnachten dauerte und ganz nebenbei lernten sie auf einfach Weise das Zählen.
Der Adventskranz besteht außerdem aus vielen Symbolen, die wir christlich deuten. So hat er eine runde Form. Die Kreisform hat weder einen Anfang noch ein Ende. Deshalb steht sie seit Ewigkeiten schon genau dafür: sie steht für Ewigkeit und Unendlichkeit, im christlichen Denken auch für die Auferstehung - und, nicht zu vergessen, für die Gemeinschaft. Die vier Kerzen auf dem Kranz können als die vier Himmelsrichtungen auf dem Erdkreis gedeutet werden. Das ist ähnlich wie bei dem Kreuzzeichen. Egal in welche Richtung wir uns wenden: Gott ist da! Oder hier: Wir erwarten die Geburt von Jesus, der für alle Menschen, auf der ganzen Welt, da sein möchte.
Das Tannengrün im Winter ist zudem ein Zeichen der Hoffnung: Mitten in Eis und Schnee, in Kälte und Dunkel bereitet sich neues Leben vor. Im Winter wird es immer sehr früh dunkel. Das Anzünden der Kerzen an den Sonntagen macht es von Woche zu Woche heller. Am hellsten leuchtet er also kurz vor oder auf dem Heiligen Abend, dem Tag von Jesus Geburt. Dahinter steckt, dass wir genau das Erwarten: Die Ankunft Jesu, der mit uns auf der Erde wohnen möchte. Für uns Christen und Christinnen ist Jesus, das wahre Licht.

Gut zu wissen: 
Ein Jahr startet ja am 1. Januar des Jahres. Aber in der Kirche haben wir eine andere Zählweise. Das Kirchenjahr beginnt am 1. Adventssonntag. Von da an zählen wir quasi die Sonntage im Kirchenjahr.

Es ist ein schöner Brauch, den Adventskranz zu segnen. Dafür kannst du ihn mit in den Gottesdienst nehmen und der Priester wird ein Segensgebet sprechen. Du kannst auch schauen, ob es vielleicht einen Familiengottesdienst gibt. Ansonsten ist es auch möglich ihn selbst zu segnen. Segnen kann jeder. Also auch du. Hier ist ein Segensgebet, welches du sprechen kannst. Zu Beginn und zum Abschluss kannst du das Kreuzzeichen machen und falls du Weihwasser hast, kannst du den Kranz auch damit besprenkeln.

Jesus,
nun hat der Advent begonnen.
Wir bereiten uns auf deine Ankunft vor.
Das zeigt auch unser Adventskranz, an dem wir gleich die erste Kerze anzünden wollen.
Wir bitten dich um deinen Segen.
Segne unseren Adventskranz, lass ihn für uns eine Erinnerung sein, 
dass wir sonntags zusammenkommen und uns mit jeder Kerze bewusst machen, 
dass es zum Heiligen Abend nicht mehr lang ist.
Hilf, dass wir uns nicht zu viel vornehmen.
Schenke uns eine ruhige und besinnliche Adventszeit.
Lass uns dich mit frohem Herzen erwarten.
Amen.

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19.11.2020

Die Bibel im Gottesdienst

Hast Du mal mitgezählt, wie oft die Bibel im Gottesdienst vorkommt? Auf welche Zahl bist Du da gekommen? Ich sag‘ jetzt einfach mal: Öfter!
Denn ganz viele Gebete und Lieder gehen auf die Bibel zurück. Das Vater unser steht drin. Für das Heilig-Lied gibt es zwei Stellen. Ein Buch der Bibel - die Psalmen - besteht ganz aus Gesängen, die kommen auch im Gottesdienst vor.
Aber in jedem Gottesdienst wird zwei- bis dreimal ganz ausdrücklich aus der Bibel vorgelesen. Ich beschreibe jetzt einfach mal, wie es für die Sonntage vorgesehen ist.
Nach dem Begrüßungsteil der Messe setzen sich alle zum Wortgottesdienst. Im Sitzen kann man besser zuhören. Die erste Lesung kommt aus dem Alten Testament, also aus dem Teil der Bibel, der vor Jesus aufgeschrieben worden ist. Als zweite Lesung wird ein Abschnitt aus dem Neuen Testament verkündet, meistens aus einem der Briefe (in der ganz frühen Zeit der Christen haben die Apostel an die einzelnen Gemeinden Briefe geschrieben. Besonders viele Briefe stammen vom Apostel Paulus. Die Briefe wollen den Christen helfen, ihren Glauben zu leben). Danach wird es ein wenig feierlich und wir stehen alle auf, um eine Stelle aus dem Evangelium zu hören. Während der Priester das Evangelium verkündet, stehen oft zwei Messdiener mit brennenden Kerzen neben ihm. Damit möchten sie sagen: Durch diese Worte wird es hell in unserer Welt und hell in unserem Leben. Und sie erinnern uns an zwei Sätze, die Jesus gesagt hat. Einmal: „Ich bin das Licht der Welt!“ – denn durch Jesus, durch seine Worte und seine Taten ist es heller geworden in der Welt. Und: „Ihr seid das Licht der Welt!“ – wir sollen so leben, dass es auch durch uns heller wird in dieser Welt. Der Evangelientext wird anschließend ausgedeutet in der Predigt. Um ihr gut folgen zu können, setzen wir uns wieder hin. Die erste Lesung greift meistens das Thema des Evangeliums auf. Die zweite Lesung ist eine sogenannte „Bahnlesung“, da wird also über eine längere Zeit aus dem gleichen Buch der Bibel gelesen. Auch beim Evangelium wird Sonntag für Sonntag weiter gelesen. Unterbrochen wird das nur von besonderen Festen und den „geprägten Zeiten“, damit sind der Advent und die Weihnachtszeit gemeint, aber auch die Fasten- und Osterzeit.
Innerhalb von drei Jahren lesen wir uns so durch die wesentlichen Teile der Bibel. Die Evangelien hat man recht geschickt aufgeteilt: Im ersten Jahr (Lesejahr A genannt – bis zum ersten Advent sind wir noch in diesem Lesejahr!) ist das erste Evangelium, das Matthäus- Evangelium aufgeteilt. Im zweiten Jahr … na klar, Markus ist das zweite Evangelium und auch das kürzeste. Deswegen kommen im Sommer (und überhaupt an vielen Feiertagen) Abschnitte aus dem vierten, dem Johannes-Evangelium dran. Und danach? Richtig, Lukas.
Es gibt also eine ausgetüftelte Leseordnung, die genau beschreibt, welcher Text wann gelesen wird. Da kann man vorher schon mal nachschauen, welcher Text drankommt. Auf der KoVo-Seite verlinken wir mehrere Internetangebote dazu.
Die Bibel ist also nicht nur für Dich als Christ beziehungsweise Christin wichtig – sondern auch für uns gemeinsam als Christen. Deswegen wird auch in jedem Gottesdienst in der Bibel gelesen. Manchmal beschließt der Gottesdienstleiter / die Gottesdienstleiterin, nicht alle drei Sonntagstexte vorlesen zu lassen. Wenn er / sie tatsächlich nur einen Bibeltext nehmen möchte, ist es das Evangelium.
Evangelium – auch wieder ein Wort aus dem Griechischen. Es heißt: Frohe Botschaft – die Erzählungen von Jesus sollen uns froh machen. Denn Jesus erzählt uns von einem Gott, der jeden einzelnen Menschen liebt.

Was Du tun kannst…
- Dich auf einen (Sonntags-)Gottesdienst vorbereiten (Texte durchlesen und durchdenken) und mitfeiern.
- Die Stilleübung zum Ambo machen.
- Für Deine Bibel einen besonderen Platz in Deinem Zimmer herrichten.
- Einen Bibeltext als Lied singen / aus dem Text ein Lied machen
- Ein Lied zu einem Bibeltext suchen und anhören.
- In der sogenannten klassischen Musik gibt es viele große Werke zu Bibeltexten: Der Messias, Die Johannespassion, Kantaten … Magst Du mal in ein solches Werk hineinhören?
- …

Lieber Gott,

hilf mir dabei,
meine ganz eigene Weise zu finden,
mit der Bibel umzugehen.
Du weißt, was ich gerne mache.
Gib mir eine gute Idee,
wie ich das mit der Bibel machen kann.
Stärke mich
mit Deinem Heiligen Geist,
damit die Bibel zu meinem Buch wird.
Amen.

Admin - 13:52 | Kommentar hinzufügen

13.11.2020

Wie kann ich in der Bibel lesen

Der allererste Schritt ist natürlich, dass Du Dir eine Bibelausgabe suchst, die Du gern in die Hand nimmst und drin liest. Vielleicht hast Du ja schon längst eine Kinderbibel. Oder Ihr findet in Eurer Wohnung sogar mehrere Bibeln, unter denen Du auswählen kannst. Falls Ihr noch eine anschaffen wollt, könnt Ihr mal auf der KoVo-Seite nachschauen, da können wir (und Ihr auch!) etwas ausführlicher empfehlen. In einer Buchhandlung kann man auch mal herumblättern, ob einem diese Bibel tatsächlich gut gefällt.
Und dann – lies drin! Vielleicht magst Du mit den Jesusgeschichten anfangen. Ab da einfach jeden Tag oder jeden zweiten Tag oder jeden Sonntag oder … eine Geschichte lesen. Abends zum Tagesausklang oder morgens zum Tageseinstieg.
Mir hilft es immer, kurz inne zu halten, bevor ich meine Bibel aufschlage. Ich bete darum, dass ich es gut verstehe. Und dass ein Satz oder ein Wort ganz tief in mein Herz fällt. Du kannst auch das Kreuzzeichen beten.
Wenn Du Zeit hast, kannst Du nachdenken: Was habe ich nun über Jesus, über Gott erfahren? Was spricht mich an?
Wenn Dir die Bibel gehört, kannst Du auch Zeichen hineinmachen: Unterstreichen, was Dich anspricht. Ein Ausrufezeichen an den Rand, wenn Dir etwas wichtig ist. Ein Fragezeichen, wenn Du etwas nicht verstehst – oder etwas da steht, über das Du mal länger nachdenken willst. Einen Blitz für … Denk Dir einfach Zeichen aus!
Die Bibel ist ein Lebensbuch, deswegen darf man das Leben darin ruhig sehen! Du kannst Dir den wichtigsten Satz herausschreiben (und in Deine Schatzkiste legen – oder wieder zurück in die Bibel). Oder ein Bild dazu malen.
Du kannst die Bibelstelle auch nachspielen. Meinst Du, das geht mit Deinen Freundinnen oder Freunden? Oder einfach für Dich – bau die Geschichte mit Lego, Puppen, Playmobil oder was auch immer nach. Spiel sie nach, bau Varianten ein, … such auch für Dich eine Spielfigur. Geh damit zu Jesus oder einer anderen handelnden Figur – kommt ins Gespräch!
Manchmal kommen dabei Fragen auf. Hast Du jemanden, mit dem Du sie besprechen kannst? Deine Eltern, der KoVo-Pate / die KoVo-Patin, Freunde? Nicht auf alle Fragen gibt es sofort eine Antwort. Mitunter muss man eine Frage auch länger mit sich herumtragen, bevor man die Antwort findet. Andere Antworten kann man in Büchern oder im Internet finden. Du kannst Deine Fragen natürlich auch auf der KoVo-Seite stellen, dann suchen wir gemeinsam nach einer Antwort.
Es gibt Menschen, die sagen: Die Bibel ist das heilige Buch. Da traue ich mich nicht, einfach so drin zu lesen, ich könnte ja etwas falsch verstehen. Nicht umsonst haben andere Menschen das ja studiert!

Ich behaupte: Wenn Du darum betest, richtig zu verstehen und die Bibel mit einem offenen Herzen liest, ist das viel besser, als gar nicht darin zu lesen. Wenn Du beginnen möchtest, anderen die Bibel zu erklären – ja, dann solltest Du auch lernen, wie das geht. Bibelwissenschaft ist ein sehr spannendes Fach! Aber um für sich selber in der Bibel zu lesen und mit anderen zu suchen, wie Ihr das richtig verstehen könnt – dafür reicht Dein gesunder Menschenverstand und Dein offenes Herz.
Viel Freude dabei!

Was Du tun kannst…

- Einen Ausflug zu einem Bibelmuseum, einem Bibeldorf…
- überlegen, was Du mit der Bibel tun willst.
- Eine Bibelgeschichte nachspielen
- Habt Ihr schon eine Verkleidungskiste? Vielleicht ergänzen mit Dingen, die man für biblische Geschichten gebrauchen kann …
- Einen Umschlag für Deine Lieblingsbibel erstellen - aus Papier, Stoff, Plastik … und entsprechend bemalen bzw. verzieren.
- Gespräch - Einen Tipp von den letzten Wochen aufgreifen.
- …

Lukas 4, 16-21

Admin - 13:22 | Kommentar hinzufügen

06.11.2020

Die Bibel - ein Buch für mich

Die Bibel ist ein besonderes Buch, das haben wir ja letzte Woche schon miteinander bedacht. Sie wird deswegen auch „heiliges Buch“ genannt.
„Heilig“, das kommt von heil – durch dieses Buch dürfen wir heil werden, ganz und gesund. Indem wir darin lesen, das Gelesene bedenken und aus dem Gelesenen leben. Damit meine ich: Bei wichtigen Entscheidungen auch darüber nachdenken, was mein Glaube und die Bibel dazu sagt. Um meinen Glauben besser kennen zu lernen, ist es eine großartige Idee, in der Bibel zu lesen. Tatsächlich habe ich mir mal die Zeit genommen, sie wirklich von vorne bis hinten durchzulesen. Das kann man machen – das ist aber eigentlich nicht die Art und Weise, die ich Dir heute nahe legen will. Besser ist es, in diesem Buch nur so lange zu lesen, bis das Herz warm wird oder man ins Nachdenken kommt
Denn es lohnt sich, dann ein bisschen dabei zu bleiben. Nachzudenken. Beten. Einen Satz daraus mitnehmen in meinen Alltag und immer wieder an ihn zu denken. Dafür muss ich erst mal eine Bibelausgabe aussuchen. Denn es gibt so viele Ausgaben davon …
Warum?
Die Bibel ist nicht in Deutschland entstanden, sondern in Israel und weiteren Ländern. Dort hat man natürlich auch nicht deutsch
gesprochen, sondern hebräisch. Hebräische Schriftzeichen sehen so aus: הִים אֵת הַשָּׁמַיִם וְאֵת הָאָרֶץ. Als man anfing, Erzählungen über Jesus und seine Jünger aufzuschreiben, hat man hauptsächlich griechisch gesprochen. Das sieht wieder anders aus: Βίβλος γενέσεως Ἰησοῦ Χριστοῦ υἱοῦ Δαυὶδ υἱοῦ Ἀβρααμ. Aus diesen Sprachen heraus muss also ins Deutsche übersetzt werden. Wenn Du schon ein paar Worte aus anderen Sprachen gelernt hast, weißt Du vermutlich: Ein Wort hat im Deutschen oft mehrere Bedeutungen. Wenn ich übersetze, muss ich mich also für ein deutsches Wort entscheiden – für das, was in diesem Zusammenhang am besten passt. Es kann also sein, dass die deutsche Übersetzung von zwei unterschiedlichen Menschen auch unterschiedlich ist. Trotzdem – wenn beide gut gearbeitet haben, ist keiner falsch.
Wenn dann ein Buch oder, wie bei der Bibel, ganze Buchsammlungen übersetzt werden, fallen die Übersetzungen auch ganz schön unterschiedlich aus. Wir benutzen in unseren Gottesdiensten die sogenannte Einheitsübersetzung, die im Jahr 2016 überarbeitet wurde. Dann gibt es Bibelausgaben, die für bestimmte Gruppen herausgegeben wurden, zum Beispiel für Kinder. Oft ist es so, dass sich jemand eine Bibelgeschichte auf deutsch durchliest und diese dann in eigenen Worten erzählt. Da entstehen wunderbare Bücher, meist mit sehr schönen Bildern.

Hast Du eine Kinderbibel? Vielleicht möchtest Du uns Deine Ausgabe ja mal im Internet vorstellen! Bibelausgaben für Kinder wählen Bibeltexte aus. Es gibt hochkomplizierte Texte, die werden ausgelassen: Aufzählungen, Themen, … die für Kinder einfach uninteressant sind.
Dann kennt die Bibel auch manches an Wiederholungen, da wählen Kinderbibeln meistens einen Text aus. Oder sie versuchen, die unterschiedlichen Nuancen des Wiederholungen in ihre Nacherzählung einzubringen. Ich kenne im Moment nur eine Kinderbibel, die nicht nacherzählt, sondern extra für Kinder übersetzt. Diese Bibel benutzen wir hier neben der Einheitsübersetzung. Wir stellen sie und
ein paar andere Kinder- bzw. Familienbibeln im Internet ein wenig näher vor. Du merkst schon: Ich liebe unterschiedliche Bibelausgaben. Ich finde es spannend, in den unterschiedlichen Übersetzungen zu lesen und damit unterschiedliche Schwerpunkt zu erkennen. Das ist nicht jedermanns Sache.
Wichtiger ist ja auch, eine Bibelausgabe zu finden, in der man gerne lesen mag. Denn nirgends kannst Du so viel über Gott und über den Glauben lesen wie in diesem Buch.

Was du tun kannst…
- Hast Du schon eine Lieblingsbibel? Dann stell sie uns doch einmal vor: Was macht sie für Dich besonders?
- Wenn Du noch keine Lieblingsbibel hast - such mal danach. Guck mal in der Leihbibliothek, bei Podzun in Warburg oder Bonifatius-Buchhandlung in Paderborn … Lass Dir Zeit! Wenn Du dann tatsächlich eine Bibel entdeckst, mit der Du Dich länger beschäftigen willst, kannst Du sie Dir ja vielleicht zu Weihnachten wünschen.
- Gespräch mit anderen: Was gefällt Dir an der Bibel? Tauscht Euch über Eure Lieblingsbibeln aus. Stellt Euch Lieblingsgeschichten vor. Frag nach, wann oder wie oder was der/die andere in der Bibel liest
- …

Lieber Gott,

man sagt mir, in der Bibel sprichst Du selber.
Manchmal finde ich,
Du bist nicht einfach zu verstehen.
Hilf Du mir dabei,
wenn ich in der Bibel lese.
Lass mich verstehen,
was Du mir sagen willst.
Amen.

Admin - 19:06 | Kommentar hinzufügen

02.11.2020

Der Ambo - hier wird gelesen

Wir gehen weiter in der Kirche – hin zu einem Lesepult, das im Altarraum sichtbar für alle aufgestellt ist. Wir nennen es Ambo – diese Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und meint einen „Ort, zu dem man hinaufsteigt“. Denn es muss ein Ort sein, wo man den Leser, die Leserin gut sehen und damit auch gut hören kann.
Hier werden die Texte aus der Bibel verkündet. Jetzt habe ich extra das Wort „verkünden“ benutzt und nicht einfach erzählen gesagt.
Für uns ist die Bibel ein besonderes Buch mit besonderen Texten. Diese Texte sind meist über einen langen Zeitraum hinweg entstanden. Die älteren Texte haben sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Immer wieder haben Menschen gefragt: Woher kommt die Erde? Wie sind wir Menschen entstanden? Wer ist Gott für uns?
Und Menschen haben sich an einer Antwort versucht – und zu dieser Zeit konnte es noch keine Antwort der Wissenschaft sein, sondern eine Geschichte. Und wenn eine Geschichte gefunden wurde, die nicht nur die Frage beantwortet hatte, sondern auch das Herz wärmte, dann wurde diese Geschichte weiter erzählt.
Irgendwann war dann auch die Schrift erfunden und man sammelte solche Geschichten, um sie aufzuschreiben. 
Noch einmal später wurde aus solchen Sammlungen Bücher gebildet. Dann brauchte es einen langen Prozess der Auswahl: Welche dieser Bücher brauchen auch künftige Generationen für ihren Glauben? Welche dieser Bücher beschreiben gut genug, wie Gott mit den Menschen umgeht?
Die Büchersammlung, die daraus hervorgegangen ist, nennen wir heute Bibel.
Und wir sagen, diesen ganzen Entstehungsprozess hat Gott begleitet und geführt – das Fachwort dafür ist „inspiriert“, also mit seinem Heiligen Geist begleitet.
Lass mich noch ein paar Sätze zur Wahrheit in der Bibel sagen. Wir verstehen heute Wahrheit so: Das hat genau so stattgefunden, wie es aufgeschrieben wurde. Wenn ein Reporter dabei gewesen wäre und  mitgeschrieben hätte, dann hätte er (oder die Reporterin) es genauso aufgeschrieben.
Wahrheit kann aber auch sein: Ich spüre in meinem Herzen, dass die Aussage des Textes mich bewegt, mein Herz warm macht, für mein Leben passt. Bei allen Fragen des Glaubens sind diese Wahrheiten wichtiger.
Nimm einmal die Frage: Woher kommt die Erde? Die Wissenschaft hat inzwischen viel dazu herausgefunden, kann aber für manche Details auch erst Vermutungen aufstellen. Die Bibel kennt für diese Frage gleich zwei Geschichten. Die stehen einfach nebeneinander, obwohl sie sich unterscheiden.
In der einen Geschichte ist erst mal nichts außer Gott da, und Gott erschafft durch sein Wort die ganze Welt innerhalb von sieben Tagen. In der nächsten Geschichte, die direkt dahinter aufgeschrieben ist, ist am Anfang ein großes Chaos da, das von Gott geordnet wird.
Welche Geschichte ist nun wahr? Beide!
Denn sie möchten keine wissenschaftliche Aussage treffen, sondern erklären: Hinter allem, was ist, steht Gott. Gott hat die Welt und uns Menschen geschaffen. Die Welt und die Menschen sind Gott wichtig.
So etwas liest man nicht einfach vor, so etwas verkündet man. Die Frauen und Männer, die diesen Dienst im Gottesdienst übernehmen, nennt man Lektorin bzw. Lektor. Sie sind nicht einfach nur Vorleser, sondern Verkünder der Bibel, die wir auch „Wort Gottes“ nennen. Weil wir durch die aufgeschriebenen Worte nicht nur wichtige Dinge hören, sondern gewissermaßen Gott zuhören: Gott, der sich der
Menschen bedient, um zu uns zu sprechen.

Was Du tun kannst ….
- In Eurer Kirche den Ambo anschauen
- Hast Du eine Lieblingsgeschichte in der Bibel? Lies sie doch einfach mal vor! (ruhig für Dein Kuscheltier oder …) - Dann denke nach: Was ist Dir das Schönste oder das Wichtigste in dieser Bibelstelle? - Lies jetzt die Geschichte noch einmal vor - Du verkündest nun das Schöne und Wichtige.
- Trag doch mal zusammen, welche Bibeln Ihr daheim habt.
- Habt Ihr ein leeres Heft? Darin könntest Du Deine ganz eigene Bibel gestalten. Lieblingsstellen oder Lieblingsverse abschreiben; Bilder malen, Fotos einkleben, Texte einkleben und verzieren …

Matthäus 4,4

Admin - 12:38 | Kommentar hinzufügen