Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

18.09.2020

Mehr übers Beten …

Letzte Woche haben wir uns mit dem Kreuzzeichen, einem kurzen Gebet, beschäftigt. Diese Woche wollen wir ein bisschen allgemeiner werden und darüber nachdenken, was beten eigentlich ist und Dir ein paar Anregungen geben, wie Du beten könntest.
Beten bedeutet nichts anderes als: Sprechen mit Gott. Und das geht laut, das geht leise, das geht nur in Gedanken, du kannst Gebete schreiben und malen. Einfach alles ist möglich.
In Gebeten kannst du Gott loben und ihm danken, weil zum Beispiel etwas gut geworden ist und du dir sicher bist, dass er “seine Finger im Spiel” hatte. Du kannst Gott auch um etwas bitten. Manchmal ist in mir ziemlich viel los und ich habe so viele Gedanken, dass ich sie gar nicht sortiert bekomme. das ist besonders an Tagen, wo ich ganz viele Termine habe und denke, dass ich nicht weiß, wie ich das alles schaffen soll. Dann bitte ich Gott darum, mir an diesem Tag extra nah zu sein, mir Ruhe und Gelassenheit zu schenken und mir vielleicht ab und zu ins Ohr zu flüstern: “Du schaffst das schon”. Da muss ich gerade an meine letzte Abiturprüfung denken. Ich hatte katholische Religion als mündliche Prüfung und mein bester Freund saß neben mir und war kein bisschen aufgeregt. Das konnte ich gar nicht verstehen, denn ich ging immernoch meine Lernzettel durch und ich fragte ihn, wie er da nur so entspannt sitzen kann. Er antwortete damals ganz locker: “Der Herr gibt es den Seinen im Schlaf. Psalm 127 Vers 2”. Damals war ich richtig sprachlos, wie er so ein Vertrauen in Gott haben kann. Heute verstehe ich das und lege auch viel mehr in Gottes Hand unter dem Motto: “Der Herr wirds schon richten!” Das ist ein freies Zitat aus dem Psalm 37 Vers 5.
Also noch einmal von vorne: Du kannst Gott loben, ihm danken, ihn um etwas bitten aber du kannst auch klagen. Das heißt, du kannst auch wütend sein und an Gott zweifeln. Alles ist erlaubt!
Ganz wichtig ist: Beten kannst du immer und überall. Dazu musst du nicht erst in die Kirche, das geht auch vor dem Essen, also ein Tischgebet sprechen, auf dem Weg zur Schule, auf dem Weg zum Einkaufen im Auto… und: Gott versteht dich immer! Und er kann auch in dein Herz sehen und weiß um die Sachen, um die du dich sorgst, die dein Herz schwer machen, die du dich vielleicht nicht traust Gott zu erzählen. Das ist ein wirklich schönes Gefühl. Zu wissen, da ist immer jemand mit dem ich sprechen kann.
Mit den Kreuzzeichen können wir Gebete beginnen. Weißt du noch? “Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes”. Du kannst dich auch an den Sohn wenden, also zu Jesus sprechen, oder zum Heiligen Geist. Jesus hat auch eine Mutter. Das ist Maria. Eben weil sie Jesus Mutter ist, wird sie auch als Mutter aller Christinnen und Christen bezeichnet. Es gibt auch ein eigenes Gebet, mit dem du dich an sie wenden kannst, das: “Gegrüßet seist du Maria”. Da hier nicht so viel Platz auf der Kalenderseite ist und Maria eine wichtige Frau ist, hat sie bald eine eigene Kalenderseite, wo du mehr erfährst.
Jesus selbst hat den Jüngern das für uns wichtigste Gebet beigebracht. Das Vater Unser. Heute beten wir es so:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
ondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lukas 11, 1-4

Gut zu wissen…
Antwortet Gott mir, wenn ich bete?
Weißt du, was Gottes Antwort auf den Gebet ist? Seine Freundschaft und seine Liebe. Vielleicht erwartest du manchmal etwas anderes und meinst deshalb, er antworte nicht, er sei nicht da. Vielleicht hörst du manchmal auch nicht gut genug zu, was er dir zu sagen hat?
Gott will vor allem einfach für dich da sein. Er braucht oft nicht viele Worte, um das auszudrücken. Es reicht oft schon, dass er da ist. 
Gott kann uns auch nicht immer alles geben, worum wir ihn bitten. Warum? Weil es oft nicht von ihm abhängt. Kann Gott einen Krieg beenden? Nein - erst müssen die Menschen selbst den Frieden wollen. Gott ist kein Zauberer, der gegen den Willen der Menschen Dinge tut oder möglich macht. Dennoch lässt er uns oft ganz einfach spüren, dass wir nicht alleine sind und auf ihn zählen dürfen. Besonders dann, wenn wir es besonders brauchen. Das darf man ja auch von einem guten Freund erwarten.

Admin - 10:59 | Kommentar hinzufügen