Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

02.11.2020

Der Ambo - hier wird gelesen

Wir gehen weiter in der Kirche – hin zu einem Lesepult, das im Altarraum sichtbar für alle aufgestellt ist. Wir nennen es Ambo – diese Bezeichnung kommt aus dem Griechischen und meint einen „Ort, zu dem man hinaufsteigt“. Denn es muss ein Ort sein, wo man den Leser, die Leserin gut sehen und damit auch gut hören kann.
Hier werden die Texte aus der Bibel verkündet. Jetzt habe ich extra das Wort „verkünden“ benutzt und nicht einfach erzählen gesagt.
Für uns ist die Bibel ein besonderes Buch mit besonderen Texten. Diese Texte sind meist über einen langen Zeitraum hinweg entstanden. Die älteren Texte haben sich über Jahrhunderte hinweg entwickelt. Immer wieder haben Menschen gefragt: Woher kommt die Erde? Wie sind wir Menschen entstanden? Wer ist Gott für uns?
Und Menschen haben sich an einer Antwort versucht – und zu dieser Zeit konnte es noch keine Antwort der Wissenschaft sein, sondern eine Geschichte. Und wenn eine Geschichte gefunden wurde, die nicht nur die Frage beantwortet hatte, sondern auch das Herz wärmte, dann wurde diese Geschichte weiter erzählt.
Irgendwann war dann auch die Schrift erfunden und man sammelte solche Geschichten, um sie aufzuschreiben. 
Noch einmal später wurde aus solchen Sammlungen Bücher gebildet. Dann brauchte es einen langen Prozess der Auswahl: Welche dieser Bücher brauchen auch künftige Generationen für ihren Glauben? Welche dieser Bücher beschreiben gut genug, wie Gott mit den Menschen umgeht?
Die Büchersammlung, die daraus hervorgegangen ist, nennen wir heute Bibel.
Und wir sagen, diesen ganzen Entstehungsprozess hat Gott begleitet und geführt – das Fachwort dafür ist „inspiriert“, also mit seinem Heiligen Geist begleitet.
Lass mich noch ein paar Sätze zur Wahrheit in der Bibel sagen. Wir verstehen heute Wahrheit so: Das hat genau so stattgefunden, wie es aufgeschrieben wurde. Wenn ein Reporter dabei gewesen wäre und  mitgeschrieben hätte, dann hätte er (oder die Reporterin) es genauso aufgeschrieben.
Wahrheit kann aber auch sein: Ich spüre in meinem Herzen, dass die Aussage des Textes mich bewegt, mein Herz warm macht, für mein Leben passt. Bei allen Fragen des Glaubens sind diese Wahrheiten wichtiger.
Nimm einmal die Frage: Woher kommt die Erde? Die Wissenschaft hat inzwischen viel dazu herausgefunden, kann aber für manche Details auch erst Vermutungen aufstellen. Die Bibel kennt für diese Frage gleich zwei Geschichten. Die stehen einfach nebeneinander, obwohl sie sich unterscheiden.
In der einen Geschichte ist erst mal nichts außer Gott da, und Gott erschafft durch sein Wort die ganze Welt innerhalb von sieben Tagen. In der nächsten Geschichte, die direkt dahinter aufgeschrieben ist, ist am Anfang ein großes Chaos da, das von Gott geordnet wird.
Welche Geschichte ist nun wahr? Beide!
Denn sie möchten keine wissenschaftliche Aussage treffen, sondern erklären: Hinter allem, was ist, steht Gott. Gott hat die Welt und uns Menschen geschaffen. Die Welt und die Menschen sind Gott wichtig.
So etwas liest man nicht einfach vor, so etwas verkündet man. Die Frauen und Männer, die diesen Dienst im Gottesdienst übernehmen, nennt man Lektorin bzw. Lektor. Sie sind nicht einfach nur Vorleser, sondern Verkünder der Bibel, die wir auch „Wort Gottes“ nennen. Weil wir durch die aufgeschriebenen Worte nicht nur wichtige Dinge hören, sondern gewissermaßen Gott zuhören: Gott, der sich der
Menschen bedient, um zu uns zu sprechen.

Was Du tun kannst ….
- In Eurer Kirche den Ambo anschauen
- Hast Du eine Lieblingsgeschichte in der Bibel? Lies sie doch einfach mal vor! (ruhig für Dein Kuscheltier oder …) - Dann denke nach: Was ist Dir das Schönste oder das Wichtigste in dieser Bibelstelle? - Lies jetzt die Geschichte noch einmal vor - Du verkündest nun das Schöne und Wichtige.
- Trag doch mal zusammen, welche Bibeln Ihr daheim habt.
- Habt Ihr ein leeres Heft? Darin könntest Du Deine ganz eigene Bibel gestalten. Lieblingsstellen oder Lieblingsverse abschreiben; Bilder malen, Fotos einkleben, Texte einkleben und verzieren …

Matthäus 4,4

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