Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

08.01.2021

Der Beichtstuhl

Heute gehen wir zu einem Ort weiter, den wir nicht in allen Kirchen haben: den Beichtstuhl. Wobei ich dieses Wort gerade als Sammelbegriff nutze für die unterschiedlichen Möglichkeiten, die wir in unseren Kirchen haben. Da gibt es den kleinen, offenen Beichtstuhl, wo alle das vergitterte Fensterchen sehen, hinter dem der Priester sitzt - und vor dem ich mich hinknien kann. Etwas größer ist dieses Fenster innerhalb eines Räumchens, ich kann also eine Tür hinter mir zumachen, bevor ich mich hinknie. Diese beiden Möglichkeiten nutzen wir heute eigentlich nicht mehr.
Wir lieben dafür unsere Beichträume. Auch dort mache ich eine Tür hinter mir zu und kann mich entscheiden, ob ich mich vor ein solches Fenster hinknien oder mich mit dem Priester an einen Tisch setzen mag.
Du merkst schon: An diesem Ort geht es um’s Gespräch. Um ein Gespräch unter vier Augen mit einem Priester. Kennst Du das, wenn jemand zu Dir sagt: Wir müssen mal unter vier Augen miteinander reden! Ich muss bei einer solchen Ansage erst mal ein bisschen schlucken. Und im Gespräch meist auch noch mal. Aber nach einem solchen Gespräch geht es mir immer besser. Wir konnten etwas klären, etwas besser verstehen.
Solche Gespräche werden hier geführt. Sie fallen nicht leicht - aber tun gut. Eigentlich ist in einem solchen Gespräch der Gesprächspartner Gott. Gott, der mich liebt und voll Freude auf mich schaut. Und wie so oft, wenn Gott handelt, holt Er sich einen Menschen zu Hilfe, an dieser Stelle: Einen Priester.
In diesem Gespräch darf ich einfach so sein, wie ich bin. Mit all meinen Sonnen- und meinen Schattenseiten. Und all das darf ich hier auch ins Wort bringen. Ich muss nicht perfekt sein. Ich darf hier sagen, was schief läuft in meinem Leben. Was mir “kaputt gegangen” ist. Was mir schwer im Bauch liegt.
Und ich weiß: Hier verurteilt mich niemand. Hier werde ich ernst genommen. Und ich darf nachdenken: Wie kann ich wieder neu anfangen? Bei all dem hilft mir der Priester.
Und ich kann Dir sagen: So ein Gespräch tut gut! Richtig gut.
Von daher ist der Beichtstuhl zwar ein Ort, wo es um schwierige Gespräche geht - den ich aber voll Freude verlassen kann.
Falls Du Dich fragst, ob Du da wirklich alles sagen kannst - ob nicht Gott an irgend einer Stelle sagt: Das war aber jetzt zu viel, jetzt liebe ich den / die nicht mehr … Dazu hat Jesus mal eine Geschichte erzählt. Vielleicht kennst Du sie ja. Es ist die Geschichte vom Vater mit seinen beiden Söhnen. Einer verlässt seinen Vater und tut ihm dabei richtig weh. Er genießt sein Leben - aber auf die falsche Art, so dass es ihm schlechter und immer schlechter geht. Schließlich hat er gar nichts mehr, nur noch Hunger und eine schlechte Arbeit, mit der er fast nichts mehr verdient. Da erinnert er sich wieder an seinen Vater, wie gut es ihm dort ging. Und dass es alle Arbeiter seines Vaters besser haben als er jetzt. Aber er weiß auch: Ich habe meinem Vater richtig verletzt, als ich gegangen bin.
Wie das ausgegangen ist, kannst Du in der Bibel lesen.

Lukas 20, 20-24
Die ganze Geschichte: Lukas 20, 11-32

Was Du tun kannst …

- Die ganze Geschichte in Deiner Kinderbibel nachlesen.
- Nachdenken und Gespräch: Wie stelle ich mir eigentlich Gott vor!
- Die Geschichte nachspielen
- Wie hätte die Geschichte noch ausgehen können?
- Gebet: Gott danken, dass ich immer und mit allem zu Ihm kommen kann.
- Überlegen: Mit wem kann ich mich versöhnen? Kann ich jemanden um Verzeihung bitten? Kann ich jemandem verzeihen?
- Welche Stelle in der Geschichte gefällt mir besonders gut? Wie kann ich diese darstellen - malen, Collage, …
- Mir anschauen, ob es in meiner Kirche einen Beichtstuhl gibt.

Admin - 13:06 | Kommentar hinzufügen

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