Kommunion-Vorbereitung
im Pastoralverbund Warburg

26.03.2021

Palmsonntag: Jesus zieht in Jerusalem ein

Mit dem heutigen Sonntag beginnt eine ganz besondere Woche. Wir nennen sie Karwoche – das althochdeutsche Wort kara bedeutet Klage, Kummer und Trauer. Dieser Kummer bezieht sich auf das Leiden Jesu, an das wir in dieser Woche denken. Die Liturgie zeichnet die letzte Woche im Leben Jesu gewissermaßen nach. Wir können fast mitlesen, was Jesus damals passiert ist.
Am Sonntag ist Jesus in Jerusalem eingezogen. Er war ein bekannter Mann – und vielleicht waren die Leute noch neugieriger auf ihn, weil sich auch Spannungen mit den religiösen Führern abgezeichnet haben. Jesus war Jude. Jesus war ein gläubiger Jude, der sehr viel über seinen Glauben gesprochen hat – und der seinen Glauben anders dargestellt hat, als die damaligen jüdischen Glaubensvertreter es getan haben. Das hat Streit gebracht, denn die Anderen waren damit nicht einverstanden. Die Beschreibung dieses Streits oder der anderen Glaubensvertreter müssen wir aber auch mit einer gewissen Vorsicht lesen: Als sie aufgeschrieben wurden, gab es gerade große Konflikte zwischen den Christen (die nicht mehr nur eine jüdische Gruppe waren) und manchen jüdischen Gruppen. Manche Aussagen über die Juden, über Pharisäer und Sadduzäer sind deswegen sehr negativ.Zurück zum Palmsonntag. Es hat sich also eine große Menschenmenge versammelt, die alle Jesus begrüßen wollten, wenn er nach Jerusalem kommt – und zum wichtigen Paschafest* wollte er in die Hauptstadt und zum Tempel kommen. Die Menschen hatten viel in den ersten Büchern der Bibel – wir nennen sie heute Altes Testament – gelesen. Dort wird ein Messias angekündigt: jemand, der als Befreier und Erlöser auftritt. Die Menschen hatten sehr unterschiedliche Vorstellungen von diesem Messias. Er sollte die Römer aus ihrem Land rausschmeißen, sagten die einen. Er soll das Volk Gottes wieder näher zu Gott bringen, sagten die anderen. Er sollte ein ganz mächtiger Mann sein, sagten alle.
Jesus kannte diese Hoffnungen und Wünsche. Und er wusste, dass er tatsächlich der Messias war. Aber dass er ein anderer Messias war, als die Menschen sich das vorstellten. Das wollte er ihnen nun zeigen.
Und so sagte er seinen Freunden, wo sie ein Eselsfohlen finden könnten, das gerade alt und stark genug war, ihn zu tragen. Darauf setzte er sich, als er nun nach Jerusalem kam. Die Menschen sollten ihn auf dem Eselsfohlen sehen und merken: Er kommt nicht auf einem starken Streitross (also einem Pferd, das für Kriege eingesetzt wird), es ist also etwas anders mit ihm. Die Menschen sahen Jesus und jubelten ihm zu. Wie heute rote Teppiche ausgerollt werden, so bedeckten sie damals den staubigen Weg mit Palmzweigen und mit Kleidern. So ritt Jesus nach Jerusalem hinein und die Menschen riefen: Hosanna! Hochgelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Wenn wir heute Palmsonntag feiern, nehmen auch wir Palmzweige in die Hand und jubeln Jesus zu. Oft sammeln wir uns beim Palmsonntagsgottesdienst erst einmal vor der Kirche. Oft stehen Körbe mit Buchsbaumzweigen bereit, von denen wir uns einen nehmen können. Oder wir haben selber einen Palmzweig gebastelt und bringen den mit! Diese Zweige werden dann am Anfang des Gottesdienstes gesegnet. Dann hören wir das Evangelium vom Einzug Jesu nach Jerusalem. Nach einer kurzen Predigt dazu ziehen wir dann gemeinsam in die Kirche ein und singen ein „Hosanna“. Hast Du gemerkt, dass diese Worte in einem wichtigen Lied vorkommen, das wir in jeder Messe singen? Sie bilden den zweiten Teil des Heilig-Liedes, auch Sanctus (lateinisch für Heilig) genannt. Nach dieser Palmprozession (also der feierliche, gemeinsame Weg, der auch innerhalb der Kirche sein oder ausfallen kann) setzt sich die Messe fort. Im Wortgottesdienst werden ganz normal die Lesungen verkündet. Zum Evangelium aber setzen wir uns am Palmsonntag: Heute wird die Leidensgeschichte (auch Passion genannt) vorgelesen. Das ist ein langer Text, deswegen setzen wir uns erst einmal hin. Wenn das Evangelium von der Kreuzigung erzählt, werden wir aufgefordert, aufzustehen. Wenn es dann heißt, dass Jesus gestorben ist, wird es ganz still, jeder betet. Wer kann, kniet dabei. Die Leidensgeschichte wird dann zu Ende gelesen und die Messe setzt sich ganz normal fort.

Was Du tun kannst …
- Dir einen Palmbuschen binden. Im Internet finden sich Anleitungen dazu.
- Dir erzählen lassen: Wie habt Ihr Palmsonntag gefeiert? 
- Erkundige Dich, ob in Deiner Gemeinde Palmzweige für die Leute zur Verfügung gestellt werden. Wenn Du magst, kannst Du dabei ja vielleicht mittun.
- Den Palmbuschen mit in den Palmsonntagsgottesdienst nehmen. Und anschließend an Dein Kreuz stecken bzw. legen.
- …

Die Bibelstelle zu Palmsonntag: Lukas 19, 29-36

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